Coaching und Therapie mit „Zeit für mich“-Selbstfürsorgekarten

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Dieser Beitrag ist der BONUS-Teil unserer Blog-Serie ‚Das ABC der Selbstfürsorge‘. Die Serie soll dir anfängliche Fragen zu Selbstfürsorge beantworten, dir Tips geben, wie du mit Selbstfürsorge beginnen kannst und dir zeigen, wie du Selbstfürsorge wirklich leben lernst.

Den ersten Teil findest du hier, den zweiten Teil hier und den dritten Teil hier.


Ein Methoden-Tip für Coaches und Therapeuten.

Auch im Coaching und in der Therapie kann das Selbstfürsorge-Kit metaFox deep questions ‚Zeit für mich‘ eine Bereicherung sein. Benutze die Karten als ein Werkzeug für deine nächste Session. Die Intensitätslevel helfen dir, trotz tiefer Fragen einen sicheren Raum für deine Teilnehmer_innen zu wahren. Du möchtest in deiner nächsten Session ein bestimmtes Thema tiefer angehen? Nutze die wohlüberlegten Kategorien als Wegweiser für passende Fragen und ermögliche deinen Klientinnen, tiefer in sich einzutauchen.

Wie du die Karten in Coaching und Therapie konkret zum Einsatz bringen kannst? Hier ist ein kleiner Methoden-Tip für dich.

metaFox deep questions ‚Zeit für mich‘ Selbstfürsorge-Kit, eine Methode für Selbstfürsorge in Coaching und Therapie

Alle guten Dinge sind 5

Lasse deinen Klienten eine Karte auswählen, die ihn anspricht. Und bitte, ihn diese in seinen eigenen Worten zu beantworten. Um dem Kern des Themas auf die Schliche zu kommen, machen wir uns die Besonderheit der Frage „Warum“ zu eigen. Die Frage „Warum“ bringt uns – so unscheinbar sie scheint – dazu, uns und unsere Gedanken wirklich zu hinterfragen und uns selbst zu reflektieren. So kann wiederholtes Nachfragen uns Schicht um Schicht zum wahren Ursprung eines Problems führen. „Warum“ eröffnet uns Gedankenkonstrukte, von denen wir nicht wussten, das wir sie in diesem Zusammenhang hatten. Hier also unser Vorschlag:

Ist die Antwort deiner Klientin gefallen, frage 5 mal hintereinander „Warum“. Achte dabei darauf, deiner Klientin genügend Zeit und Raum zum Überlegen – und auch für mögliche Irritation – zu lassen. Aber bleib dran.

Ein Beispiel:

Was ist ein Wunsch, den du für deine Zukunft hast?

Ich wünsche mir eine gesunde und glückliche Familie und einen Job, der mich erfüllt.

Warum?

Weil die wichtigsten Dinge für mich enge Beziehungen und eine sinnvolle Arbeit sind.

Warum?

Wahrscheinlich, weil mir als Kind enge Beziehungen gefehlt haben. Auch, weil ich anderen mit meiner Arbeit helfen möchte.

Warum?

Die Familienbeziehungen gerieten durch die Scheidung meiner Eltern stark ins Wanken, aber ich bin meiner Schwester in dieser Zeit näher gekommen. Mein Leben hat für mich dann einen Sinn, wenn ich andere helfen kann. Deshalb möchte ich, meiner Arbeit diese Richtung geben.

Warum?

Meine Schwester und ich saßen im selben Boot, und wir begannen, einander mehr und mehr zu helfen. Ich glaube, das ist der Grund, warum wir jetzt so eine gute Beziehung zueinander haben. Bei der Arbeit ist es für mich wichtig, eine Beziehung zu den Menschen denen ich helfen möchte aufzubauen, die auf Vertrauen basiert. Ich möchte für unsere Gesellschaft von Nutzen sein.

Warum?

Weil wir zusammen eine Zeit überstanden haben, die für uns sehr schwer war. Diese Erfahrung hat uns einander näher gebracht und wir wissen, dass wir uns immer aufeinander erlassen können. Dabei habe ich für mich verstanden, dass um anderen zu helfen, für sie da zu sein, eine enge und vertrauensvolle Beziehungen braucht. Meine Arbeit macht für mich erst dann einen Sinn, wenn der Mensch dem ich helfen möchte mit mir eine authentische Beziehung aufbauen kann. Ich möchte für unsere Gesellschaft von Nutzen sein. Ich spüre, dass ich Teil eines großen Ganzen bin, in dem jeder seinen Beitrag leisten kann. Das erfüllt mich und gibt mir das Gefühl dazu zu gehören.

Natürlich werden echte Gespräche höchstwahrscheinlich nicht einem so klaren roten Faden haben. Nichtsdestotrotz veranschaulicht dieses Beispiel den Wert den es haben kann, tiefer zu graben und über das hinaus zugehen, was als erste Antwort preis gegeben wird.

Eine Anmerkung zur Frage „Warum“.

Obwohl „Warum“ als Fragewort keine Wertung mit sich bringt, wird sie manchmal als bewertend empfunden. Such die Wiederholung der immer gleichen Frage kann zu Irritationen führen, die den Klienten eher verschließen, als ihn anzuleiten tiefer zu graben. Daher kann es hilfreich sein, das „Warum“ durch ein Synonym zu ersetzten: „Was steckt dahinter?“, „Woher meinen Sie kommt das?“ oder sogar ein einfaches „Wozu?“.

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