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Von Katja von Glinowiecki, ICF PCC, EMCC Senior Practitioner, zertifizierte ESIA, Mitgründerin von supervision.partners
Inhaltsverzeichnis
In diesem Artikel erfährst du:
Was unterscheidet eine:n Coach mit Tools von einem:einer professionellen Coach mit echter Wirkung?
Es ist nicht nur die Ausbildung, Erfahrung oder der Stil – es ist Reflexion.
Und Reflexion braucht Struktur. Sie braucht Zeit. Und vor allem: Supervision.
Als ich meine Coaching-Reise begann, war ich voller Energie.
Frisch zertifiziert, arbeitete ich mit NGOs und Unternehmen – ich war direkt mittendrin.
Ich hatte die Tools. Ich hatte das Mindset. Ich hatte Klient:innen.
Und trotzdem: Etwas fehlte.
Trotz ständiger Interaktion mit Menschen fühlte sich Coaching überraschend isoliert an.
Niemand zum Reflektieren nach schwierigen Sessions.
Kein klares Feedback zu meinen blinden Flecken.
Kein Raum für Gedanken ohne Leistungsdruck.
Ich hatte Peer-Gruppen und Lernnetzwerke.
Aber was ich wirklich brauchte, war etwas Tieferes – strukturiert, regelmäßig, professionell.
Damals wusste ich noch nicht, wie es heißt.
Heute weiß ich es: Supervision.
Supervision bedeutet nicht Kritik oder Korrektur.
Es ist ein sicherer, begleiteter Raum, in dem du auf deine Coachingpraxis blickst – nicht auf die Tools, sondern auf dich in deiner Rolle.
Sie hilft dir dabei,
– mit Unsicherheit und emotionaler Komplexität umzugehen
– ethische und systemische Dynamiken zu reflektieren
– geerdet, wirksam und gesund zu bleiben
Diese Erfahrung wurde zur Grundlage von supervision.partners, das ich 2024 mit Dr. Nannette Reuther gegründet habe.
Gemeinsam arbeiten wir mit Coaches, Führungskräften, Facilitators und Teams und unterstützen sie dabei, durch Selbstreflexion zu wachsen.
Denn wir glauben: Supervision ist kein „Nice-to-have“.
Sie ist der Kern dessen, was Coaching vertrauenswürdig und nachhaltig macht.
Studien zeigen deutliche Vorteile für Coaches, die regelmäßig Supervision nutzen:
Und ja – diese Effekte wirken sich direkt auf deine Klient:innen aus:
Mehr Klarheit. Mehr emotionale Präsenz. Mehr ethisches Bewusstsein. Mehr Resilienz.
Supervision ist keine Selbstfürsorge.
Sie ist professionelle Fürsorge.
Die beiden wichtigsten internationalen Coaching-Verbände – ICF (International Coaching Federation) und EMCC (European Mentoring and Coaching Council) haben beide klare ethische Richtlinien und sprechen sich deutlich für eine reflektierende Praxis aus.
Sie empfehlen Supervision als essenziellen Bestandteil professioneller Entwicklung.
Aber:
– Für eine Mitgliedschaft ist in der Regel kein Supervisionsnachweis erforderlich
– Nur bestimmte Zertifizierungen schreiben Supervision verbindlich vor
Das Ergebnis?
Viele Coaches arbeiten weiterhin ohne strukturierte Reflexion.
Und der Begriff „Coach“ bedeutet weiterhin sehr Unterschiedliches – je nach Ausbildung, Haltung und gelebter Praxis.
Coaches, die mit uns in Supervision gehen, beschreiben sie als Raum zum Innehalten, Durchatmen und Klarwerden.
Sie gewinnen neue Perspektiven, treffen bewusstere Entscheidungen, stärken ihre Grenzen und sind präsenter in ihren Coachings.
Mit der Zeit entsteht ein Rhythmus. Mehr Tiefe. Mehr Resilienz.
Nicht nur für die Coaches, sondern spürbar für jede:n Klient:in.
„Supervision ist meine regelmäßige Energie-Tankstelle – sie hilft mir, mich zu fokussieren und mit dem zu verbinden, was mir in meiner Arbeit wirklich wichtig ist.“
„Es fühlt sich an wie professionelles Crowd-Sourcing – ich muss nicht alles allein lösen und das macht mich zu einer besseren Coach.“
Supervision ist kein Reparaturraum.
Sie hilft dir, klar, verbunden und professionell zu bleiben – mitten in der Komplexität.
Hier reflektierst du deine Wirkung und wer du als Coach sein willst.
Wenn Coaching als echter Beruf gesehen und gelebt werden soll, dann muss Supervision dazugehören.
Nicht nur ab und zu. Sondern regelmäßig. Nicht, weil es jemand verlangt, sondern weil es dir wichtig ist.
Deshalb unsere Einladung an dich:
– Was würde sich in deiner Praxis verändern, wenn du einen regelmäßigen Reflexionsraum hättest – ganz ohne Leistungsdruck?
– Wer unterstützt dich dabei, geerdet, ethisch und resilient zu bleiben?
– Was könnte möglich werden, wenn du nicht alles alleine herausfinden müsstest?
Wenn dich diese Fragen bewegen – fang an zu erkunden.
Hier findest du hilfreiche Einstiegspunkte:
– EMCC Global Supervision -Richtlinien
– ICF Code of Ethics – Abschnitt zur reflektierenden Praxis
Lass uns die Zukunft des Coachings gestalten –
eine begleitete Reflexion nach der anderen.
*Universität Freiburg (2011)
** Kübler-Ross Akademie (2014)
*** Angerer & Gündel, Springer (2022)
**** Zwack & Schweitzer, OSC Springer (2010)
https://www.emccglobal.org/leadership-development/supervision/
https://coachingfederation.org/education-professional-development/find-professional-development/coaching-supervision/
